Verwendete Materialien - Kleine Materialkunde

Verwendete Materialien-Kleine Materialkunde

Verwendete Materialien-Kleine Materialkunde

Ein kleiner Überblick über die von mir verwendeten Materialien:

 

Leder:

Leder ist ein Werkstoff, der durch das Gerben von Häuten und Fellen unter Erhaltung der gewachsenen Fasern in ihrer natürlichen Verflechtung hergestellt ist. Leder kommt nicht "vom Meter", jedes Stück ist anders und bedarf der besonderen Verarbeitung und Pflege. Generell gilt: je weicher das Leder, desto begehrter ist es. Mit zunehmender Weichheit vermindert sich jedoch auch die Lebensdauer des Stückes und es wird empfindlicher bei Belastungen.

Die Tierhaut wird haltbar und zu Leder gemacht durch Gerben. Die Konservierung von Tierhaut ist fast so alt wie die Menschheit, die sich damit seit mehreren Tausend Jahren gegen Witterungseinflüsse und Kälte geschützt hat. Man unterscheidet zwischen mineralischen (vor allem Chrom) und vegetabilen (pflanzlichen) Gerbstoffen und der Fass- und Grubengerbung. Das Gerben von Leder ist eine Kunst, so wie Weinbau, und als solche gibt es leichte Variationen in Farbe und Textur.

Nicht zuletzt unter dem Gesichtspunkt des Umweltschutzes ist das uralte Handwerk des Gerbens einem herben Wandel unterzogen worden. Weltweit sind auch heute noch die Standards sehr unterschiedlich.

Sehr ausführliche Infos zu Leder findet man bei:

www.lederpedia.de
https://de.wikipedia.org/wiki/Leder
https://www.leder-info.de/index.php/Das_Lederlexikon

 

Blankleder - ist ein pflanzlich gegerbtes Rindleder. Zur Erzeugung dieses Leders werden Kuh- und Kalbinnenhäute und auch leichtere und mittlere Bullenhäute verwendet. Dieses Leder eignet sich zur Herstellung kräftiger Sattlerwaren, Sättel, Gürtel ,Taschen, Schulranzen, Aktentaschen usw. . Hochwertiges Blankleder besitzt eine milde, geschmeidige Beschaffenheit, gute Reißfestigkeit ohne jegliche Narbenbrüchigkeit oder Losnarbigkeit.

Genuine Leder - "Genuine Leather" ist die englische Bezeichnung für "echtes Leder". In der Regel handelt es sich hierbei um einfach verarbeitetes, aber absolut "echtes Leder". Leider werden unter diesem Begriff auch die sogenannten Billigleder verkauft. Da ich aber sehr großen Wert auf Qualität lege, finden Sie in meinem Sortiment nur "Genuine Leder" in bester Qualität.

Gürtelspaltleder - Das von mir verwendete Gürtelspaltleder ist ein sehr strapazierfähiges und vor allem auch pflegeleichtes Leder. Dieses Leder wird speziell für die Herstellung von hochwertigen Gürteln gegerbt und besonders bearbeitet. Eventuelle Oberflächenverschmutzungen können deshalb auch problemlos mit einem feuchten Tuch und neutraler Seifenlauge gereinigt werden. Ausserdem ist das besonders strapazierfähige Leder durchgefärbt, das heißt der Gurt ist auf seiner Vorder- und Rückseite schwarz. Damit das Leder nicht abfärbt wird es auf der Rückseite speziell bearbeitet.
Für das von mir verwendete Gürtelspaltleder finden Sie hier die Informationen meines Lieferanten (Lederhaus.de) zu diesem Leder:

Gürtelspalte sind schwere Rindspalte mit einer hochwertigen, strapazierfähigen Zurichtung.

Einsatzzweck Gürtel, Lederwaren
Sortiment Original, gleichmäßige Oberfläche und gute Stellung für Gürtel
Rohware süddeutsche und österreichische Rohware
Gerbung ökologisch gerechte Mineralgerbung, aus europäischer Produktion
Zurichtung hochwertige, gleichmäßige Zurichtung mit pigmentierten Farbstoffen
Färbung im Fass durchgefärbt, mit hochwertigen Farbstoffen
PCP entspricht der PCP-Verbotsverordnung vom 12.12.89
Umwelt / AZO-Farbstoffe Die Leder werden umweltfreundlich, ohne Einsatz von AZO-Farbstoffen, gemäß der Verbotsverordnung hergestellt.
Pflege

Gürtelspalte sind pflegeleicht. Eventuelle Oberflächenverschmutzungen können mit einem feuchten Tuch und neutraler Seifenlösung gereinigt werden.

Nappa Leder - ist die Allgemeinbezeichnung für Leder aus Häuten verschiedener Tiere, das narbenseitig verarbeitet wird. Es ist ein besonders weiches, vollnarbiges Glattleder.
Über die Entstehung des Begriffes Nappaleder gab es in der Vergangenheit die unterschiedlichsten Geschichten. Wahr ist jedenfalls dass es Nappaleder schon immer gab und in Gerbereien im Kalifornischen Nappavalley produziert wurden. Aber berühmt und für besondere Lederarten verwendet wurde der Begriff 'Nappa' erst nachdem etwas völlig Neues gemacht wurde.
Heute ist Nappaleder ein Sammelbegriff für besonders geschmeidiges Glattleder aller Tierarten und Verwendungszwecke.

Nubuk Leder - hat eine weiche, offene Oberfläche und ist samtartig kurz geschliffen. Es kann heller oder dunkler aussehen, je nachdem in welche Richtung es gestrichen wird. Im Gegensatz zum Nubuk ist das Velourleder deutlich aufgerauter.

Pigment-Zurichtung
Um Leder strapazierfähiger, fleckenunempfindlicher und wasserabweisend zu machen, wird auf mit Anilinfarben schon durchgefärbte Glattleder noch eine auf Pigmenten und Bindemitteln basierende deckende Farbschicht aufgetragen. Diese Farbschicht nennt man auch Kopffärbung, Zurichtung oder Pigmentierung. Motorradkombis, aber auch viele Freizeitjacken, Schuhe, Auto-, Möbelleder und Taschen aus Glattleder haben diese schützende Farbschicht. Solche Leder werden dann als pigmentierte Glattleder oder gedeckte Glattleder bezeichnet.
Glattleder ohne Zurichtung werden Anilinleder genannt. Leder mit einer ganz dünnen Zurichtung, werden je nach Stärke der Zurichtung Anilinleder veredelt oder Semianilinleder genannt. Glattleder mit einer Schichtstärke der Farbe oder einer Folie von über 0,15 Millimetern müssen als beschichtetes Leder deklariert werden.
Der Vorteil der Anilinleder ist ein warmer Griff und die Natürlichkeit. Nachteil ist die Empfindlichkeit. Pigmentierte Leder fühlen sich dagegen kälter und fester an, sind aber bedeutend pflegeleichter und unempfindlicher. Zugerichtete Leder haben auch eine geringere Atmungsaktivität als offenporige Leder.

Rauleder - Als Rauleder bezeichnet man alle in der Oberfläche geschliffene Leder mit einer mehr oder weniger samtigen Oberfläche (aufgerauht). Es ist der Oberbegriff für alle velourigen Leder.

Rindsleder (Bovine leather) - ist das am weitesten verbreitete Leder. Rindsleder werden für Sohlen und Oberleder von Schuhen, für Auto- und Möbelleder, Riemen, Sättel und vieles andere verarbeitet. Da das Fleisch vom Rind weltweit konsumiert wird, fallen auch ausreichend Rohhäute für die Lederherstellung an, und der Preis ist daher erschwinglich. Rindsleder sind stabil und fest und daher vielfältig einsetzbar.

Sattler- und Täschnerleder - Wie es der Name schon ausdrückt werden diese Leder speziell für die Anfertigung von Sattler- und  Täschnerwaren hergestellt. Hierfür kommen eine ganze Reihe von Lederarten infrage, die sich hinsichtlich ihrer äußeren Beschaffenheit, des Rohhautmaterials, der Gerbart sowie der physikalischen Eigenschaften wesentlich voneinander unterscheiden.

Spaltleder - entstehen bei der Lederherstellung durch den Spaltvorgang, wenn die Häute horizontal über die gesamte Fläche in zwei Teile geschnitten werden. Die ersten Spaltmaschinen wurden bereits Mitte des 18. Jahrhunderts entwickelt. Der obere Teil der Haut wird abgespalten als Oberspalt oder Narbenspalt bezeichnet. Dieser Teil hat eine von Natur aus glatte und eine raue Seite. Er eignet sich für die Herstellung von Glattledern (zum Beispiel Nappaleder) und kann auch für Rauleder genutzt werden. Bei Nubuk wird die Narbenseite geschliffen, bei Velour die Fleischseite.
Der untere Teil der Haut wird abgespalten als Fleischspalt bezeichnet, ungenauer auch als Spaltleder oder Spalt. Dieser Teil hat zwei raue Seiten. Eine Verwertung kann als Rauleder in Form von Veloursleder erfolgen. Eine weitere Verwertung ergibt sich durch das Auftragen einer Beschichtung mit Polymeren. Im Rahmen der Beschichtung wird eine Struktur in die Oberfläche geprägt, die oftmals einem natürlichen Narbenbild nachempfunden ist. Bis zu einer Beschichtungsstärke von 150 µm (0,15 mm) darf das Produkt als „Leder“ verkauft werden. Ist die Beschichtung dicker, muss der Artikel als „beschichtetes Leder“ gekennzeichnet werden, bei mehr als einem Drittel der Gesamtstärke als Kunstleder.
Leder vom Fleischspalt haben grundsätzlich geringere Festigkeitswerte als Narbenleder. Diese Tatsache sollte bei der Anwendung und Verarbeitung berücksichtigt werden. Fleischspalte sind preislich günstiger als Narbenleder.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Leder

Velour Leder - ist ein in der Oberfläche geschliffenes Leder mit einer mehr oder weniger samtigen Oberfläche. Die Vorteile sind ein angenehm warmer Griff und eine schöne Struktur. Dieses Leder ist sehr atmungsaktiv und offenporig, dadurch kann auch der Schweiß sehr gut hindurch wandern. Veloursleder stammt immer aus der Fleischspalte der Haut. Der qualitätvollere Obernarben wird dabei für andere Teile verwendet. Wildleder bezeichnet weniger die Oberfläche als vielmehr die Herkunft, nämlich von einem Wildtier. Was im Volksmund oft fälschlich als Wildleder durchgeht, wird in der Lederindustrie korrekt als Veloursleder bezeichnet.

 

Filz:

 

Tradition und Innovation. Wollfilz ist einer der ältesten textilen Werkstoffe in der Geschichte der Zivilisation. Archäologische Funde, die den Filzgebrauch belegen, datieren in die Jungsteinzeit. Bei den Funden handelt es sich um Reste, die als gepresste Tierhaare identifizierbar waren. Dass gefilzte Gegenstände noch älteren Datums kaum auffindbar sein werden, liegt an der guten Kompostierbarkeit des Materials.

Auch wenn im Laufe der Jahrhunderte die Verfahren zur Herstellung verfeinert wurden, so hat sich am Herstellungsprinzip und den Basisrohstoffen nichts geändert. Schafwolle bzw. Wollfasern werden solange durch Feuchtigkeit, Wärme- und Reibung verfilzt und verfestigt, bis ein homogenes textiles Flächengebilde entsteht, der Wollfilz. Der Werkstoff der '1000 Möglichkeiten' hat gerade in den vergangenen Jahren eine Renaissance erlebt. Obwohl ständig raffiniertere Kunststoffe entwickelt wurden, konnten diese den Filz dank seiner hervorragenden und vielseitigen Eigenschaften nicht verdrängen.

  • ...isoliert gegen Hitze und Kälte
  • ...nimmt Flüssigkeiten auf und gibt sie ab
  • ...dämpft Schwingungen
  • ...absorbiert Schall
  • ...speichert Wärme
  • ...schützt vor Schmutz
  • ...polstert und schont vor mechanischer Beschädigung

Wer noch mehr über dieses faszinierende Material wissen möchte, mehr Infos gibt's hier:
Wikipedia - Filz
Filzlexikon.de

 

Baumwolle:

Die Baumwolle gehört mit zu den bedeutendsten und ältesten Textilrohstoffen der Welt. Bereits seit Tausenden von Jahren kennt man die Baumwolle als Kulturpflanze.
Ihre Leichtigkeit, ihre Saugfähigkeit und ihre Reissfestigkeit machen diese antike Kulturpflanze auch heute noch zu einem tollen und unersetzlichem Rohstoff für die Textilindustrie. Die natürlichen Baumwollstoffe gelten als sehr hautfreundlich (sie „kratzen“ nicht) und haben ein äußerst geringes Allergiepotential.
Ursprünglich stammt die Pflanze, die sehr viel Sonne und vor allem auch sehr viel Wasser für ihr Wachstum benötigt, aus den Tropen und Subtropen. Doch da sich die kostbare weiße Watte der Baumwolle bei Regen mit Wasser vollsaugt und verfault, wurde und wird das durstige "weiße Gold" vor allem auch in Trockengebieten angebaut und künstlich bewässert.
Heute jedoch gilt  das "Naturprodukt Baumwolle" vor allem durch den Anbau in Monokulturen als das landwirtschaftliche Produkt mit dem höchsten Einsatz an Chemikalien. Insbesondere durch den hohen Verbrauch an Mineraldünger und Pestiziden trägt der Baumwollanbau erheblich zum weltweiten Kohlendioxid-Ausstoß bei. Außerdem wird der extrem hohe Wasserbrauch beim Anbau und Verarbeiten der Baumwolle von den anerkannten Umweltschutzorganisationen immer wieder angemahnt.

Cotton Tweed:

Der Begriff 'Tweed' stammt ursprünglich aus Schottland und bezeichnet eigentlich Wollstoffe aus "Streichgarnen" in Köperbindung. Früher wurden damit handgewebte, meist köperbindige Gewebe mit eingestreuten Noppen aus grobem Wollgarn bezeichnet. Das Gewebe findet zum Beispiel mit karierten Mustern als Material für Schottenröcke Verwendung. Daneben wird es heute als Stoff für Kostüme, Mäntel, Anzüge und Hüte verwendet.

Leinen:

Unter Leinen versteht man das Gewebe der aus Flachs gewonnen Flachsfaser
Bereits vor 6000 bis 7000 Jahren wurde Leinen in Ägypten, Mesopotamien und Phönizien systematisch verarbeitet.  Seit dem späten 19. Jahrhundert wurde Leinen fast völlig durch die Baumwolle verdrängt, gewinnt aber als ökologische Naturfaser wieder an Bedeutung. Als natürliche Faser besitzt Leinen antiallergische Eigenschaften. Leinenstoffe sind gesund und frei von hautreizenden Eigenschaften. Sie verfügen erwiesenermaßen sogar über eine Heilwirkung bei bestimmten Hautleiden. Sie sind antistatisch - ziehen also keinen Staub an. Im Übrigen ist die Flachsfaser von allen Textilfasern die umweltfreundlichste: Ihr Anbau schützt den Boden, ihre Verarbeitung berücksichtigt das Ökosystem und die aus ihr gewonnenen Stoffe sind biologisch abbaubar. Auf den naturgegebenen Vorzügen wird während des gesamten Produktionsprozesses aufgebaut, sie werden ergänzt und zur Geltung gebracht: ob beim Weben, Stricken oder Veredeln - in jeder Verarbeitungsphase werden Ästhetik, Komfort, Knitterfreiheit und Pflegeeigenschaften der Leinenprodukte durch modernste Technologien optimiert. Flachsfasern sind bei weitem die solidesten aller natürlichen Textilfasern. Mehr noch, Leinen rangiert dank seiner Robustheit unter den Materialien unmittelbar nach Spezialstahl, der wegen seiner hohen Reißfestigkeit verwendet wird. Die Reißfestigkeit der Flachsfasern verleiht Leinen hohe Formbeständigkeit, eine hohe mechanische Festigkeit und unvergleichbare Langlebigkeit.

Hanf:

Hanf zählt mit zu den ältesten Nutz- und Zierpflanzen der Welt. Hanf ist so vielfältig nutzbar wie kaum eine andere Pflanze. Der Hanf liefert Kleidung und Nahrung, Öl und Energie, Papier und Baustoffe, Medizin und auch Rauschmittel. Die Hanfpflanze benötigt für ihr Wachstum keine Pflanzenschutzmittel und erbringt dennoch dreimal soviel Fasern wie ein Baumwollfeld, viermal soviel Papier wie Wald. Im 17. Jahrhundert, zu den Hochzeiten der Segelschifffahrt, erlebte der Hanf in Europa seine Blütezeit. Fast alle Schiffsegel und fast alles Takelwerk, Seile, Netze, Flaggen bis hin zu den Uniformen der Seeleute wurden aufgrund der Reiß- und Nassfestigkeit aus Hanf hergestellt. Bis ins 18. Jahrh. waren Hanffasern zusammen mit Flachs, Nessel und Wolle die Rohstoffe der europäischen Textilindustrie. Aus den Hadern (Lumpen) wurde Zellstoff für die Papierproduktion hergestellt. Der Niedergang der deutschen und europäischen Hanfwirtschaft begann im 18. Jahrh. und setzte sich bis ans Ende des 20. Jahrh. fort, wo Hanf fast bedeutungslos geworden war. Durch die Mechanisierung der Baumwollspinnerei trat die Baumwolle ihren Siegeszug um die Welt an. Gleichzeitig geriet der Nutzhanf infolge der Marihuana-Prohibition unter Druck: In vielen Ländern der Erde wurde der Hanfanbau - unabhängig davon, ob es sich um Nutz- oder Drogenhanf handelte - verboten und ist es teilweise bis heute.
Hanftextilien haben eine sehr hohe Verschleissfestigkeit, eine hohe Saugfestigkeit, fusseln nicht, sind widerstandsfähig gegen Nässe und stark belastbar. Nicht nur, dass Hanffasern erheblich reißfester (drei mal so reißfest wie Baumwolle) und damit haltbarer als Baumwollfasern sind, auch ist dieser atmungsaktive Stoff durch sein gutes Absorptionsvermögen bestens geeignet für empfindliche Haut und Allergiker. Bleibt zu hoffen, dass sich auch die Industrie diesem neuen alten Markt öffnet.

Kunstfasern / Kunstleder:

Aufgrund der modernen Produktionsverfahren ist es heute schwierig eine generelle Unterscheidung der aus Kunstfasern hergestellten Materialien nach Pro und Contra vorzunehmen. Generell kann man aber bei den Kunstfasern sagen: Die Qualitätsunterschiede liegen in der Herstellung, je nachdem wie sie produziert wurden. Qualitätsunterschiede erkennen Sie daran, wie sich das Gewebe anfühlt: Je weicher und angenehmer, desto atmungsaktiver aber auch teurer.

Alcantara wird manchmal fälschlicherweise als Leder oder Kunstleder bezeichnet, ist aber ein Mikrofaserstoff basierend auf Polyester und Polyurethan. Durch Extrusion lässt sich aus den beiden miteinander vermischten Grundkomponenten ein extrem dünner Faden herstellen, aus dem sich besonders weiche und anschmiegsame Materialien herstellen lassen, die in ihrer Oberflächenbeschaffenheit an Veloursleder erinnern. Es kommt in verschiedenen Bereichen der Textilverarbeitung zum Einsatz, so zum Beispiel für Bekleidung, Dekostoffe oder im Innenbereich von Autos. Es ist ebenso teuer wie hochwertig. 
Alcantara fühlt sich sehr weich an, ist antistatisch, strapazierfähig, reinigungsfreundlich, atmungsaktiv, elastisch, allergieneutral und lässt sich leicht und faltenfrei aufspannen. Gegenüber Leder ist Alcantara atmungsaktiver und rutschhemmender. Für bestimmte Backings von Gitarren-/Bassgurten also nahezu ideal.

Kunstleder - verwende ich ausschließlich bei der Herstellung von veganen Gitarrengurten. Das Kunstleder wird auch Textilleder gennannt und ist eine preisgünstige Alternative zum natürlichen "Echten" Leder. Unter Kunstleder versteht man Materialien, die wie Leder aussehen, aber aus einem Naturfasergewebe oder Kunstfasern bestehen, die mit einer weichen Polyurethan-Schicht beschichtet sind. Kunstleder werden in fast allen Bereichen, wo auch Leder eingesetzt wird, verarbeitet: bei Schuhen, Bekleidung, Möbeln oder Fahrzeugleder. Optisch ist es den Herstellern sehr gut gelungen, eine Lederoberfläche zu imitieren. Das günstige Kunstleder oder auch Textilleder ist sehr weich und griffig und schmiegt sich wunderbar an den Körper an. Allerdings in puncto Langlebigkeit, Rissfestigkeit und Atmungsaktivität etc. kann es mit "echtem" Leder nicht mithalten.

Ein Merkmal von Kunstleder ist in der Regel eine textile Rückseite, die mit dem Kunststoff beschichtet ist. Auch ist das Narbenbild bei echtem Leder unregelmäßiger, da Kunstleder maschinell geprägt werden muss, wodurch sich eine gleichförmigere Oberfläche ergibt.

Nylon (chemische Bezeichnung: Polyhexamethylenadipinsäureamid) ist eine Markenfaser aus Polyamid und war die erste synthetische Faser die vollständig synthetisch (aus Kohlenstoff, Wasser, Luft) hergestellt wurde. In der Regel verbindet man mit dem Begriff „Nylon“ Feinstrumpfhosen für Damen. Nylonstrümpfe, fein wie Seide und doch fester als Baumwolle, kamen in den 40er Jahren auf den Markt und wurden sofort ein Verkaufsschlager. Nylonfasern sind im Vergleich zu natürlichen Fasern wie z.B. Seide glänzender und leichter, reißfest, extrem belastbar, knitterfrei, mottensicher, laugensicher und gut färbbar.

Polyester sind vielseitig einsetzbare Kunststoffe, die uns im täglichen Leben ständig begegnen. Aus Polyestern kann man alle möglichen Dinge herstellen, neben Textilfasern (u.a. Trevira®, Dacron®, Diolen®) z.B. die bekannten Plastik-Getränkeflaschen, die aus PET (PolyEthylenTerephthalat) bestehen, und andere Lebensmittelverpackungen. Auch CDs bestehen aus einem Polyester, nämlich aus Polycarbonat. Polyester ist reißfest, leicht und nimmt nahezu keine Feuchtigkeit auf. Ein Manko ist die hohe statische Aufladung bei Trockenheit, wodurch es relativ schmutzempfindlich wird. Polyester bietet eine ausgewogene Relation zwischen Isolation, Feuchtigkeitstransport, Reiß- und Scheuerfestigkeit und ist daher derzeit die am häufigsten verarbeitete Faser.

Polypropen (Polypropylen oder PP) ist ein vergleichsweise junger Kunststoff. Er wurde 1954 zum ersten Mal vom Wissenschaftler Giulio Natta in Italien synthetisiert und industriell hergestellt. Die hervorragenden Eigenschaften des Polypropylens kennt wohl jeder von uns aus der Sport- und Outdoorbekleidung. Elastisch, dauerbiegsam, reißfest, säurebeständig .... dies sind nur einige Begriffe, die die Vorzüge dieses Materials beschreiben. Somit ist der Gurt extrem strapazierfähig und für exzessive Bühnenauftritte geradezu ideal. Nur eines sollten Sie beachten - immer schön cool bleiben, denn er ist nicht hitzebeständig.